Absicherungsmedizin
13. November 2009

Labor, CT, Hospitalisation – man ist ja gründlich, hat die Sicherheit des Patienten stets im Blick. Wenn er dann etwas anderes will, nach Haus, kein Röntgen, kein Labor, kein garnichts, meint man ihn bewahren zu müssen vor seiner Unvernunft. Muss man wirklich? Sind Erwachsene nicht fähig, verantwortliche Entscheidungen zu treffen, wenn man ihnen die nötigen Informationen zur Verfügung stellt? Weiss der Arzt es besser? Muss man unbedingt verhindern, dass ein Mensch Achilles folgt – kurz und intensiv, dramatisches Ende nicht ausgeschlossen? Ist pragmatisches Begleiten menschlicher Unvernunft nicht die eigentliche Kunst? Machen wir nicht vieles nur, um uns abzusichern? Um auf keinen Fall „schuld“ zu sein an irgendetwas?

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